Reha-Zentrum für Drogen-, Alkohol-, Nikotin- und Medikamentenabhängigkeit
In kleinen, überschaubaren Gruppen und mit einem Bezugstherapeutensystem gelingt es uns, eine vertraute, familiäre Atmosphäre zu schaffen. Es ist uns wichtig, dass die Gemeinschaft mit anderen, die ähnliche Probleme haben, als stärkend und haltgebend erlebt wird.
Damit lassen sich die in der Therapie auftretenden schwierigen, manchmal auch schmerzhaften Prozesse hin zu einem glücklicheren, selbstbestimmteren Leben leichter bewältigen.
Unsere Einrichtungen sind von Ausstattung, Lage und Angeboten besonders geeignet für die jüngeren Klient- / innen bis 40 Jahre, mit den für sie interessanten Themen.
Auch wenn Menschen unterschiedliche Stoffe konsumieren, so ist doch für alle wichtig, Ursachen zu erkennen und alternative Möglichkeiten zu entdecken. In den Therapiegruppen finden sich Klient- / innen, die alkoholabhängig, abhängig von Tabletten oder illegalen Drogen sind. Auch wenn die Konsumenten illegaler Drogen manchmal nur ein bestimmtes Suchtmittel bevorzugen, konsumieren die meisten heutzutage – neben den sogenannten „harten“ Drogen auch mindestens problematisch Alkohol und
THC.
Die Klient- / innen leben in gemischtgeschlechtlichen sozialtherapeutischen Gruppengemeinschaften. Die Unterbringung erfolgt in der Regel in Ein- bis Zweibett-Zimmern. Die Selbst- und Eigenständigkeit der Klient- / innen ist uns wichtig und wird durch das Konzept auch in den sogenannten „Therapiezwischenräumen“ getragen.
So obliegt die Haushaltführung und Gestaltung der Freiräume den Klient- / innen. Wer es nicht kann, hat die große Chance dies zu lernen. Weiter ist eine sinnvoll genutzte Freizeit und das Leben in der Gemeinschaft ein Übungsfeld, um sich künftig sozial kompetenter und selbstfürsorglicher verhalten zu können.
Eine 24-stündige Erreich-/ Ansprechbarkeit der Mitarbeiter- / innen ist garantiert.
Therapeutische Gruppengespräche finden mehrmals in der Woche statt. Hier geht es zum einen um den Erwerb sozialer Kompetenzen innerhalb der Gruppe, zum anderen aber auch um die ganz persönlichen Lebensgeschichten, Probleme, Konflikte und Konsumgewohnheiten.
Therapeutische Einzelgespräche werden im Bezugstherapeut- / innensystem angeboten. Sie dienen zum einen der Erstellung ganz individueller Therapiepläne, zum anderen der Vertiefung und Bearbeitung der angestrebten Veränderungen.
Hierzu finden spezielle psychoedukative (schulende) Gruppen statt, die – förderlich für die berufliche (Re-)Integration – die Kompetenz der Klient- / innen in einer gesunden Lebensführung steigern. Weiter ist eine umfangreiche medizinische Betreuung und qualifizierte Anleitung zur Entspannung (u.a. auch Akupunktur) selbstverständlich. Wer möchte wird aktiv bei seinen Bemühungen das Rauchen einzustellen unterstützt.
Computer-, Deutsch- und Berufsorientierungskurse sowie Bewerbungs- und Soziales Kompetenztraining bieten den Klient- / innen die Möglichkeit, sich gezielt auf den (Wieder-)Einstieg in das Arbeitsleben vor zu bereiten.
Es ist gewünscht, dass die Klient- / innen schon während der Therapiezeit konkret damit beginnen, sich um die (Wieder-) Einstiegsmöglichkeiten in Arbeit zu kümmern. Wir helfen bei der Praktikasuche, bereiten Bewerbungsmappen und Einstellungsgespräche vor und begleiten die oft als besonders anforderungsreich empfundene Anfangszeit noch in der Therapie.
Lebenspraktische Fertigkeiten werden in den Bereichen Haushalt, Küche, Einkauf, Gartenpflege, Werkstatt erlernt. Auch der Umgang mit finanziellen Ressourcen und die Regulierung von Schulden gehört dazu. Die Klient- / innen erleben hier ganz praktisch ihre steigenden Kompetenzen. Sie übernehmen mit ihrer Arbeit auch Verantwortung für die Gruppe. Weiter dient sie der Vorbereitung auf die angestrebte Integration bzw. Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt.
Die kunsttherapeutischen Gruppen geben der Kreativität ihren Raum und eröffnen neue Ausdrucks- und Freizeitmöglichkeiten.
Ein umfangreiches Freizeitprogramm (Fitnessräume, Sauna, Sport, Entspannung, Bandprojekt, Musikunterricht) und die Nähe zu zahlreichen Freizeitmöglichkeiten sowie die therapeutischen Fahrten bieten die Möglichkeit, sich in neuen Beschäftigungsmöglichkeiten auszuprobieren oder aber alte, längst vergessene, wieder zu entdecken.
Die Einrichtungen werden von einem in der Suchtarbeit erfahrenen Arzt und Psychiater geleitet. Im multiprofessionellen Team arbeiten zudem Psychologen / -innen, Pädagogen / -innen und Sozialpädagogen / -innen mit verhaltenstherapeutischen, tiefenpsychologischen und suchtspezifischen Zusatzausbildungen, sowie Ergo-, Sporttherapeuten und Krankenpfleger.
Für die alkoholabhängigen Klient- / innen beträgt die Therapiezeit in der Regel vier Monate. Verlängerungen, Verkürzungen oder Wechsel in unsere teilstationären bzw. ambulanten Angebote sind im Einzelfall möglich. Wir beteiligen uns auch nach Absprache an dem Kombimodel. Besprechen Sie dies bitte mit ihrerm Berater, ihrer Beraterin. Für Klient- / innen, die schon längere Therapierfahrungen vorweisen können oder aber für diejenigen, die hier nach langer Abstinenzphase Rückfallsituationen bearbeiten wollen, bieten wir die Kurzzeit oder Auffangtherapie an.
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Stand: Mai 2007
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