Morbus Koch, „Schwindsucht“, „weiße Pest“
1882 wurde das Tuberkelbakterium von Robert Koch entdeckt. Andere Namen wie „Schwindsucht“ oder „weiße Pest“ können die gravierenden Auswirkungen der Seuche Tuberkulose nur andeuten. Seit 1965 ist eine zuverlässige medikamentöse Behandlung möglich. 1949 / 50 waren 500 Krankheitsfälle pro 100.000 Einwohner zu verzeichnen. Unter die Risikogruppe fallen Kriegsflüchtlinge, Obdachlose, HIV-Positive und Drogenabhängige.
Früher war auch über Nahrungsmittel wie Milch eine Ansteckung möglich. Heute ist eine Infektion ausschließlich über eine Tröpfcheninfektion möglich. Die Zahl der infektiösen Tuberkelbakterien reduziert sich durch Austrocknung und Tageslichteinwirkung. Die höchste Übertragungsgefahr besteht bei häufigem und engem Kontakt mit einem offenen TBC-Kranken. Je höher die Zahl der Erreger, die eingeatmet wird, und je niedriger die natürliche oder erworbene Resistenz (Resistenz = Widerstandsfähigkeit), desto höher die Erkrankungswahrscheinlichkeit.
Die Betroffenen leiden unter Husten, Auswurf, Müdigkeit, Nachtschweiß, Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme. Es gibt aber auch fast symptomfreie Verläufe.
Nur 10% der Infizierten erkranken an Tuberkulose. Die übrigen entwickeln eine Resistenz (Widerstandsfähigkeit).
Die 10% Erkrankten bilden einen Primärkomplex (Ausgangsherd) in der Lunge, im dem die Bekämpfung stattfindet. Der weitere Verlauf ist sehr variabel:
Wichtig: Nach 2 Wochen medikamentöser Behandlung ist eine offene TBC nicht mehr infektiös.
Stand: Januar 2007
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