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Spielsucht

Pathologisches Glücksspielen

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Pathologisches Glücksspielen bedeutet, dass Betroffene einen Großteil ihrer Zeit mit Spielen oder der Beschaffung von Geld zum Spielen verbringen. Besteht keine Möglichkeit zum Spielen, kommt es zu Unruhe und Reizbarkeit. Wichtige Aktivitäten in Beruf, Privatleben und Freizeit werden vernachlässigt oder ganz aufgegeben, um spielen zu können.

Kapitelübersicht

Definition

Pathologisches Glücksspielen wird im DSM III-R und DSM IV (DSM bedeutet „Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders“, deutsch: „Statistisches Handbuch Psychischer Störungen“) der APA (American Psychiatric Association) und im ICD 10 („International Classification of Deseases“, deutsch: „Internationale Klassifikation der Krankheiten 10. Revision“, WHO 1991) unter „Störungen der Impulskontrolle“ eingeordnet; vom Fachverband Glücksspielsucht e.V. jedoch als „substanzungebundene Form der Suchtkrankheit“ verstanden. In dem gemeinsamen einheitlichen Diagnoseschlüssel der Renten- und Krankenversicherungen ist die Glücksspielsucht unter 30791 „Spielsucht“ aufgenommen. Betroffene selbst bezeichnen sich überwiegend als „süchtige Spieler“.

Auswirkungen

Im DSM III-R heißt es:

Problematisches wie pathologisches Spielen können sich in folgender Weise auf die tägliche Lebensführung auswirken:

  1. Ein Großteil der Zeit wird mit Spielen oder der Beschaffung von Geld zum Spielen verbracht.
  2. Häufig werden größere Geldsummen verspielt oder die einzelnen Spielphasen über den eigentlich geplanten Zeitraum hinaus ausgedehnt.
  3. Es besteht das Bedürfnis, die Höhe oder Häufigkeit der Einsätze zu steigern, um die gewünschte Erregung zu erreichen.
  4. Besteht keine Möglichkeit zum Spielen, kommt es zu Unruhe und Reizbarkeit.
  5. Es wiederholt sich die Wechselwirkung von Verspielen von Geld und Weiterspielen am nächsten Tag, um den Verlust zurück zu gewinnen.
  6. Wiederholt wird der Versuch unternommen, das Spielen einzuschränken oder ganz damit aufzuhören.
  7. Es wird auch dann häufig gespielt, wenn berufliche oder private Verpflichtungen anstehen.
  8. Wichtige Aktivitäten in Beruf, Privatleben und Freizeit werden vernachlässigt oder ganz aufgegeben, um spielen zu können.
  9. Alle aus dem Spielverhalten resultierenden Probleme sind dem Spieler bekannt. Trotz wachsender, von ihm nicht mehr zu bezahlender Schulden, und trotz der im sozialen, beruflichen oder juristischen Bereich aufkommenden Probleme, ist er aber nicht in der Lage, das Spielen aufzugeben.

Interessanterweise stimmen acht der neun hier genannten Merkmale fast wortwörtlich mit denen der Substanzabhängigkeit überein.

In den DSM III-R-Falldarstellungen wird für das Pathologische Glücksspielen betont: „Die wesentlichen Merkmale dieser Störung gleichen denen der Definition Abhängigkeit von einer psychoaktiven Substanz. In beiden Fällen hat die Person, die abhängig ist, nur eine eingeschränkte Kontrolle über das Verhalten und setzt es, trotz starker negativer Konsequenzen, fort.“

Konträr zu diesen Sachverhalten ist Glücksspielsucht bisher nicht als eigenständige Krankheit anerkannt. Notwendige therapeutische Maßnahmen wurden von den Krankenkassen und anderen Trägern der Sozialversicherung bisher nur finanziert, wenn zusätzliche anerkannte Erkrankungen diagnostiziert wurden. Gegenwärtig ist allerdings damit zu rechnen, dass diese Verhältnisse sich ändern, und man künftig von Kostenübernahmen durch die in Frage kommenden Träger für die Behandlung von Klienten mit der Diagnose „Glücksspielsucht“ ausgehen kann. Der Interviewpartner für diese Internetseiten erhielt bereits eine Kostenübernahme auf Grund der Primärdiagnose „Glücksspielsucht“.

Quelle: Fachkrankenhaus Bredstedt

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Stand: Juli 2006

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