Pathologisches Glücksspielen
Pathologisches Glücksspielen wird im DSM III-R und DSM IV (DSM bedeutet „Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders“, deutsch: „Statistisches Handbuch Psychischer Störungen“) der APA (American Psychiatric Association) und im ICD 10 („International Classification of Deseases“, deutsch: „Internationale Klassifikation der Krankheiten 10. Revision“, WHO 1991) unter „Störungen der Impulskontrolle“ eingeordnet; vom Fachverband Glücksspielsucht e.V. jedoch als „substanzungebundene Form der Suchtkrankheit“ verstanden. In dem gemeinsamen einheitlichen Diagnoseschlüssel der Renten- und Krankenversicherungen ist die Glücksspielsucht unter 30791 „Spielsucht“ aufgenommen. Betroffene selbst bezeichnen sich überwiegend als „süchtige Spieler“.
Problematisches wie pathologisches Spielen können sich in folgender Weise auf die tägliche Lebensführung auswirken:
Interessanterweise stimmen acht der neun hier genannten Merkmale fast wortwörtlich mit denen der Substanzabhängigkeit überein.
In den DSM III-R-Falldarstellungen wird für das Pathologische Glücksspielen betont: „Die wesentlichen Merkmale dieser Störung gleichen denen der
Abhängigkeit von einer psychoaktiven Substanz. In beiden Fällen hat die Person, die abhängig ist, nur eine eingeschränkte Kontrolle über das Verhalten und setzt es, trotz starker negativer Konsequenzen, fort.“
Konträr zu diesen Sachverhalten ist Glücksspielsucht bisher nicht als eigenständige Krankheit anerkannt. Notwendige therapeutische Maßnahmen wurden von den Krankenkassen und anderen Trägern der Sozialversicherung bisher nur finanziert, wenn zusätzliche anerkannte Erkrankungen diagnostiziert wurden. Gegenwärtig ist allerdings damit zu rechnen, dass diese Verhältnisse sich ändern, und man künftig von Kostenübernahmen durch die in Frage kommenden Träger für die Behandlung von Klienten mit der Diagnose „Glücksspielsucht“ ausgehen kann. Der Interviewpartner für diese Internetseiten erhielt bereits eine Kostenübernahme auf Grund der Primärdiagnose „Glücksspielsucht“.
Quelle: Fachkrankenhaus Bredstedt
Stand: Juli 2006
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