Drogensubstitution mit Subutex
Seit Februar 2000 ist Subutex (Wirkstoff Buprenorphin) zur Drogensubstitution in Deutschland zugelassen. Buprenorphin gehört wie
Heroin, Codein und
Methadon zu den Opiaten. Opiate sind in der Natur vorkommende morphinähnliche Substanzen. Diese gelangen nach dem Konsum über das Blut in das Gehirn, wo sie sich an Nervenzellen heften und dadurch das gute Gefühl (Rauschzustand) vermitteln. Allerdings sind sie nicht ungefährlich und können starke Nebenwirkungen hervorrufen, wie zum Beispiel Verstopfung, Schlaflosigkeit, gefährliche Hemmwirkungen auf die Atmung, Verminderung der sexuellen Aktivität oder depressive Verstimmungen. Außerdem führt Opiumkonsum zur Sucht und körperlichen
Abhängigkeit.
Subutex unterliegt in Deutschland dem Betäubungsmittelgesetz und darf Ihnen nur nach gründlicher Untersuchung über Betäubungsmittelrezepte von Ihrem Arzt verschrieben werden.
Zum Zeitpunkt der ersten Einnahme müssen Sie völlig opiatfrei sein, eventuell schon Entzugserscheinungen haben.
Subutex gibt es nur als Sublingualtablette. Das heißt, die Tablette muss unter die Zunge gelegt und dort aufgelöst werden. Wird sie jedoch versehentlich heruntergeschluckt, wirkt sie nicht. Ihr Arzt kontrolliert genau, ob sich die Tablette im Mund aufgelöst hat. Falls Sie versuchen die Tablette aus dem Mund zu schmuggeln, muss Ihr Arzt die Behandlung leider sofort abbrechen. Ideal wäre es, wenn Sie vor der Tabletteneinnahme ein Glas Wasser trinken würden, das erleichtert die Auflösung. Nach der ersten Einnahme wird Sie Ihr Arzt vorsorglich einige Zeit beobachten (zirka 3 Stunden). Dies ist wichtig, um Unverträglichkeiten frühzeitig zu erkennen. Die exakte Einstellung kann bis zu einer Woche dauern.
Subutex darf derzeit nur unter Aufsicht in der Arztpraxis eingenommen und kann Ihnen nicht mit nach Hause gegeben werden. Da es aber im Fettgewebe des Körpers gespeichert wird, kann bei entsprechender Dosierung die Wirkung meist einige Tage ausreichen. Normalerweise müssten Sie nun, wie bei allen Substitutionsmitteln, annähernd täglich in die Arztpraxis kommen. In einigen Fällen ist es bei guter Einstellung auf Subutex aber möglich, nur zirka dreimal pro Woche zum Arzt zu gehen. Wie in Ihrem konkreten Fall vorzugehen ist, entscheidet Ihr behandelnder Arzt.
Im menschlichen Körper gibt es für Opiate unterschiedliche „Andockstellen“, die Rezeptoren heißen. Buprenorphin wirkt an diesen Rezeptoren etwas anders als die herkömmlichen Substitutionsmittel. Dies kann sich vorteilhaft auswirken, da Nebenwirkungen offensichtlich weniger stark ausgeprägt auftreten können. Unter Umständen kann es aber in der Einstellungsphase zu Entzugserscheinungen kommen, die nach Erreichen einer stabilen Dosis jedoch abklingen sollten. Evtuell auftretende Entzugserscheinungen dürfen Sie auf keinen Fall durch die Zusätzliche Einnahme von Heroin oder Methadon bekämpfen. Vielmehr ist es sogar wahrscheinlich, dass Sie diese noch verstärken, wenn Sie zusätzlich Heroin, Methadon oder Codein nehmen.
Ist eine stabile Subutex Dosis für Sie gefunden, werden Sie keine positive Wirkung verspüren, wenn Sie jetzt zusätzlich Methadon, Codein oder Heroin nehmen. Trotzdem ist es sehr gefährlich, andere Opiate wie Heroin, Methadon oder Codein zusätzlich zu konsumieren (Es besteht die große Gefahr einer Überdosierung, die zum Tode führen kann!)
Für eine Behandlung mit Subutex müssen Sie Ihrem Arzt genau sagen, welche anderen Medikamente Sie gegen welche anderen Erkrankungen noch einnehmen. Da manche Arzneimittel sich miteinander nicht vertragen, kann die Kombination dieses Arzneimittels mit Subutex unter Umständen lebensgefährlich für Sie sein! Außerdem muss Ihr Arzt darüber informiert sein, ob Sie vorher bereits mit Methadon oder Codein substituiert wurden, weil eine Umstellung nämlich etwas anderes ist als eine Neueinstellung.
Vor allem zu Beginn der Substitution ist es wichtig, den Drang
Drogen zu nehmen, zu unterdrücken. In der ersten Zeit kann es nämlich manchmal zu Nebenwirkungen wie beispielsweise Entzugserscheinungen kommen. In dieser Zeit müssen Sie einen besonders starken Willen haben. Ist ersteinmal die richtige Dosis des Substitutionsmittels gefunden, hören diese Symptome in der Regel auf, bzw.treten nicht mehr auf.
Stand Juli 2006
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