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Opium

Saft der Mohnpflanze

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Inhalt

Über viele Jahrhunderte wurde Opium getrunken oder gegessen. Nach seiner weltweiten Verbreitung und einer bewegten Geschichte wude es, mit Ausnahme medizinischer Verwendung, international geächtet und durch die Drogengesetze („Opium-Gesetze“) verboten.

Kapitelübersicht

Herkunft und Verbreitung

Wiege des Mohns

Die Eigenschaften des Mohnsaftes waren wohl schon zur Zeit des Mesolithikums (etwa 8000 bis 5000 v.Chr.) bekannt. Nach türkischen Quellen stand die Wiege des Mohns im Zweistromland Mesopotamien. Wahrscheinlich haben asiatische Nomadenländer von Syrien aus den Gebrauch des Opiums bekannt gemacht. Nach Überlieferungen war der Mohn schon im 7. Jahrhundert v.Chr. als Mittel zur Schmerzlinderung bekannt. Vermutlich hatten als erste ägyptische Ärzte seine betäubende Wirkung erkannt. Die Araber übrernahmen ganz natürlich das Opium von den Ägyptern und führten es in Indien ein, wo Jahrhunderte später in der Zeit der Fremdherrschaft des islamischen Mogulreiches 1526 ein erstes staatliches Opiummonopol aufgebaut wurde.

Ferne Osten

Über mehrere Hauptwege breitete sich der Opiumgebrauch im Fernen Osten aus: Vom 8. bis 1. Jahrhundert über die persische Hochebene, durch die Indus- und Gangesebene am Himalaja entlang bis zum Golf von Bengalen. Vom Niltal verbreitete sich die Kenntnis zum Küstenstrich des Meeres von Oman, dann nach Birma und von lndochina zum Malayischen Archipel, im 17. Jahrhundert auch von Formosa nach China.

Antike

Im Mittelmeerraum der klassischen Antike war das Schmerzlinderungsmittel schon wohlbekannt. Im alten Griechenland war das Anritzen der unreifen Mohnkapseln zur Piumsaftgewinnung Praxis. Bei der Pflanzendroge, dem „Symbol göttlicher Kraft“, unterschieden die Griechen bereits deutlich zwischen dem „Meconium“ (von Mekone, der Mohnstadt), dem ausgepreßten Saft der Frucht oder der ganzen Pflanze; und dem Milchsaft der Kapsel, dem „opos“ (griechisch für Saft). In der Sagenwelt des griechischen Altertums war die Mohnkapsel dem Gott des Schlafes, Morpheus, geweiht.

Von Griechenland gingen die Kenntnisse nach Rom. Hier erfand der Leibarzt Kaiser Neros ein Allheilmittel namens „Theriak“, das auch mit Opium versetzt war. Über viele Jahrhunderte wurde Opium getrunken oder gegessen. Mit der Verbreitung des Tabaks im 16. und 17. Jahrhundert wurden auch Techniken entwickelt, um Opium rauchbar zu machen.

Ostindien-Kompanie

In Indien errichtete die englische Ostindien-Kompanie in Bengalen im 18. Jahrhundert ein Opiummonopol. Legal wurde es zu den Medizinern und Apothekern der alten Welt gebracht, wo sich vom 18. in das 19. Jahrhundert hinein besonders in England der Opiumkonsum ausbreitete (Thomas de Quincey: „Bekenntnisse eines englischen Opiumessers“, 1822).

Opium-Kriege

Illegal wurde Opium nach China eingeschmuggelt. Nach zwei verlorenen so genannten Opium-Kriegen gegen die Engländer (1839-1842 und 1857-1860) musste das Kaiserreich China Opium legalisieren. Um die Jahrhundertwende schätzte man allein in China über 20 Millionen Opiumkonsumenten, auf der damaligen Welt insgesamt mehrere hundert Millionen.

Anti-Opium-Bewegungen

Die Anti-Opium-Bewegungen in England und den USA führten 1909 in Shanghai zur ersten Opium-Konferenz. In der Folge wurde Opium, mit Ausnahme medizinischer Verwendung, international geächtet und durch die Drogengesetze (früher: „Opium-Gesetze“) der Länder verboten. Trotz des Verbotes und der weltweiten Morphin- und Heroinverbreitung im 20. Jahrhundert gibt es heute noch, vornehmlich im asiatischen Raum, Millionen Opiumraucher und -esser.

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Stand: Juli 2006

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