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Meskalin, Peyote

Seidenkokon des Peyote-Peyotl-Kaktus

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Die feine Behaarung des Peyotl-Kaktus hieß bei den Azteken „Peyotl“. Der Peyote-Wirkstoff „Meskalin“ der heute synthetisch herstellbar ist, wirkt halluzinogen und diente dem mystischen Erleben in den lndio-Kulturen ebenso, wie in Teilen der christlichen Kultur.

Herkunft

Der insbesondere in Mexiko beheimatete Peyotl-Kaktus ist fein behaart wie ein Raupenkokon. Dieses Seidengespinst hieß bei den Azteken „Peyotl“. In den lndio-Kulturen wurde er vornehmlich zu religiösen Kulturhandlungen benutzt. Die Pflanze wurde wie ein göttliches Wesen verehrt. Spanische Konquistadoren und christliche Missionare taten alles, um den religiösen „heidnischen“ Peyotl-Kult zu unterdrücken. Trotz aller Verbote überlebte der Kult, wurde unter christlichem Einfluss sogar wiederbelebt.

Verbreitung

Von 1980 / 1990 an verbreitete der Kaktus sich aus den Indianergemeinschaften Nordmexikos bis in die südlichen USA. Dort entstanden Peyote-Sekten christlicher Prägung (Peyote als sakrales Andachtsmittel). Aus diesen Peyote-Kirchen konstituierte sich 1918 die „Native American Church“, die heute unter etwa einem halben Hundert Indianerstämmen der USA und Kanada mit über 200.000 Mitgliedern verbreitet ist.

Wirkung

Peyote als „chemischer Abkürzungsweg zum mystischen Erleben“ hat bekannte Dichter und Forscher zu vielen Selbstversuchen animiert, beispielsweise Aldous Huxley („Die Pforten der Wahrnehmung“, 1954). Die farbintensiven optischen Halluzinationen sind dem Peyote-Wirkstoff „Meskalin“ zuzuschreiben, der bereits 1896 aus dem Kaktus isoliert wurde und seit 1919 synthetisch herstellbar ist.

Zwischen den beiden Weltkriegen spielte Meskalin in der psychiatrischen Forschung als Auslöser sogenannter Modellpsychosen (Behringer: „Der Meskalinrausch“, 1927) eine Rolle. Auf die heutigen Schwarzmärkte der Halluzinogenkonsumenten gelangt Meskalin als kristallines Sulfat.

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Stand: Juli 2006

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