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Bulimie

Esstörungen: Bulimia nervosa, Ess-Brech-Sucht

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Die Bulimie (Ess-Brech-Sucht) ist durch „wiederholte Anfälle von Heisshunger“ gekennzeichnet, bei denen große Nahrungsmengen in kurzer Zeit konsumiert und dann wieder erbrochen werden. Sie tritt fast ausschließlich bei Frauen auf und geht einher, mit einer „übertriebenen Beschäftigung und Kontrolle des Körpergewichts“.

Kapitelübersicht

Bulimia nervosa

Die Bulimia nervosa ist, so das Interner Link ICD-10, durch „wiederholte Anfälle von Heisshunger“ gekennzeichnet, bei denen große Nahrungsmengen in kurzer Zeit konsumiert werden. Wie auch bei der Magersucht, besteht wieder eine „übertriebene Beschäftigung mit der Kontrolle des Körpergewichts“. Auch die Bulimie tritt – bis jetzt – fast ausschließlich bei Frauen auf.

Das Erstauftrittsalter liegt hier jedoch etwas später als bei der Interner Link Anorexia. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass die wenigsten die Störung noch nach dem 30. Lebensjahr entwickeln. Bei der Bulimie führt auch dies – wie bei der Magersucht – zu extremen Methoden, die einzig und allein das Ziel haben, den Effekt der Nahrungszufuhr, nämlich hier die Zunahme des Gewichtes zu reduzieren. Magersucht und Bulimie können nacheinander bei ein und derselben Person auftreten. Bei etwa der Hälfte der Fälle geht der Bulimie-Erkrankung eine Anorexia nervosa voraus.

Zu den prädisponierenden Faktoren gehört das in unseren Breitengraden vorgegebene Schlankheitsideal. So ist die Krankheit z.B. in Entwicklungsländern bislang nicht aufgetreten. Weiter können hier individuelle Lernerfahrungen zum Tragen kommen, die u.a. in der Art und Weise der Nahrungsaufnahme bzw.Nahrungsverweigerung ein wirksames Mittel sehen, um die Umgebung zu manipulieren. Ein weiteres, erlerntes Verhalten kann auch sein, Essen als Belohnung zu werten, um unangenehmen Gefühlen und Situationen zu entgehen.

Merkmale

Charakteristische Merkmale der Bulimie sind neben den oben schon erwähnten Essattacken, folgende Merkmale:

Symptome

Körperliche Symptome

Das wiederholte Erbrechen kann zu Verschiebungen im Elektrolythaushalt des Körpers führen und damit einhergehende körperliche Symptome, wie z.B. epileptische Krämpfe und Herzrhythmusstörungen zur Folge haben. Auch Haut und Haare weisen zum Teil erhebliche Mangelerscheinungen auf, werden spröde, schuppig, rau. Wegen des ständigen Erbrechens werden die Zähne in Mitleidenschaft gezogen, die Magensäure greift den Zahnschmelz an, was bis zum Zahnverlust führen kann. Auch ist durch das Erbrechen der Mund-Rachen-Bereich häufig stark in Mitleidenschaft gezogen, die Hals- und Gesichtsmuskulatur ist durch das Erbrechen i.d.R. extrem ausgebildet.

Psychische Symptome

Bei der Bulimie können, wie auch bei der Anorexia, folgende psychische Symptome eine Rolle spielen:

Aufrechterhaltende Bedingungen

Die Mangelernährung führt zu einer ständigen gedanklichen Beschäftigung mit dem Essen. Dies hat wiederum erhebliche Veränderungen z.B. auch in der sozialen Interaktion der Betroffenen zur Folge. Durch ihr oft atypisches Verhalten bringen sie sich in eine Isolation, daraus entsteht möglicherweise eine Zunahme des meist ohnehin schon gestörten Selbstwertgefühls. Durch die Essanfälle wird zunächst einmal eine kurzfristige Gewichtszunahme erreicht. Dies führt wiederum zu einer Aktivierung von Angstgefühlen und zu einer Verfestigung der Krankheit. Das den Essanfällen folgende Erbrechen trägt hier zu einer Reduzierung der Angst bei.

Therapie

Wieder folgen die Interventionen, je nach körperlichem Zustand, zwei Strängen: Kurzfristig geht es bei lebensbedrohlichen Zuständen immer um einer Normalisierung des Gewichtes und des Essverhaltens. Langfristig werden durch Gesprächs- und verhaltenstherapeutische Elemente die psychologisch und psychosozialen Bedingungen, die in einem funktionalem Zusammenhang mit dem gestörten Essverhalten stehen bearbeitet. Darüber hinaus ist auch eine konkrete Ernährungsberatung wichtig. Das allgemeine Ziel ist immer der Abbau von Ängsten, die Förderung von Autonomie und Identität und die Sensibilisierung für Körpersignale (Hunger / Sättigung).

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Stand: Juli 2006

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