Designer-Drogen: Amphetamin
Bezogen auf seine Wirksamkeit ist Speed eine „leichte“ Designer-Droge aus der Gruppe der Amphetamin-
Derivate. Es ist weit verbreitet und erfährt neben Ecstasy die
größte Szeneakzeptanz. Der Stoff wurde beim Militär, beim Sport und teilweise in der Psychotherapie eingesetzt. Auch als Aufputschmittel und Schlankmacher war er in den 70er Jahren weit verbreitet.
Speed gehört zur Untergruppe der Phenylethylamine. Stammsubstanz der Phenylethylamine ist der vom
Meskalin bekannte Wirkstoff Trimethoxyphenyl, der sich von den Amphetaminen chemisch nur durch eine verkürzte Seitenkette unterscheidet. Durch Verlängerung der Ketten und Einfügung
verschiedener Methoxy-Gruppen entstehen dann die diversen Amphetamine. Auch der Grundstoff
Methamphetamin
, als ein besonders wirksames Amphetamin, wird auf diese Weise produziert.
Neben Milchpulver (25-30%) wird es mit Waschpulver oder Traubenzucker gestreckt. Speed besteht in der Regel aus:
Es ist ein weißes Pulver, das vornehmlich geschnupft oder injiziert wird und in seinen Wirkungen dem
Kokain ähnelt. Dementsprechend wird es häufig da konsumiert, wo Kokain nicht verfügbar ist. Aufgrund dieser Gemeinsamkeiten werden Speed und Kokain auch gelegentlich miteinander gleichgesetzt. Speed ist im Vergleich zum Kokain leichter und billiger zu besorgen und hält in seiner Wirkung länger an.
Speed wird konsumiert, um leistungsfähiger zu sein. Der Konsum wird immer wieder bei Studenten, Managern oder LKW-Fahrern nachgewiesen, die das Müdigkeitsempfinden bei langen ermüdenden Arbeitszeiten unterdrücken oder hohen Konzentrationsanforderungen gerecht werden wollen. Darüber hinaus erlangt es auch bei Ecstasy-KonsumentInnen eine wachsende Bedeutung. Ein Speed-Rausch dauert 4-6 Stunden. Es gilt aufgrund seiner biochemischen Eigenschaften und seiner physischen und psychischen Neben- und Nachwirkungen als stark suchterzeugend und ist nur in kleinsten Mengen genießbar.
Der Dauerkonsum führt zu körperlichem Verfall, Immunschwäche, Infektionsanfälligkeit, Nahrungsverweigerung des Körpers und Herzkrankheiten aller Art. Aus diesen Gründen sollten insbesondere HIV-Positive und AIDS-Erkrankte keinesfalls mit Speed experimentieren.
Dauerkonsumenten haben oft Konzentrationsschwächen und das dauernde Bedürfnis kauen zu müssen. Darüber hinaus bewirkt die Einnahme meist einen hochroten Kopf. Insbesondere bei der Einnahme unsauberen Speeds sind Gesichtsschwellungen beobachtet worden. Mit dem Stoff werden dem Körper große Mengen Salz zugeführt, welche das Wasser in der Haut binden. Folge ist eine gespannte und angeschwollene Haut. Im Zusammenhang mit zunehmender Schlafunfähigkeit führt Speed häufig zur Polytoxikomanie.
Um überhaupt zur Ruhe zu kommen, nehmen Speed-Konsumenten oft zusätzlich Beruhigungs- oder Betäubungsmittel zu sich. (tags Speed / nachts
Heroin). Nach Ende der Ruhephase wird der Körper dann durch eine erneute Speedzufuhr wieder aktiviert. Besonders problematisch ist vielfach das Ende eines Rausches. Abhängige sind dann oft übersteigert egoistisch und aggressiv, nervös und gereizt. Der Umgang mit Personen, die am Ende eines Speed-Rausches stehen ist sehr schwierig und kann durchaus mit Gewaltanwendung einhergehen. Beim Entzug werden regelmäßig Depressionen, Schlappheit und ein großes, jedoch vielfach gestörtes, Schlafbedürfnis beobachtet.
Glass ist eine in Säure gelöste, verstärkte Speedvariante. Die verkochten Kristalle ähneln im konsumfähigen Zustand kleinen Glasscherben. Der Rausch kann bis zu 20 Stunden anhalten und geht häufig in eine Depressionsphase, die in Einzelfällen bis zu 2 Tage dauert, über.
Glass ist eine der wenigen überwiegend in Deutschland produzierten Designer-Drogen, die nach England, Frankreich, Italien und Skandinavien exportiert wird. Speed und Glass sind neben Ecstasy die am weitesten verbreiteten Designer-Drogen in Deutschland und Europa und die derzeitigen Renner unter den Wachmachern. Sie werden fast ausschließlich unter ihren ursprünglichen Handelsnamen (Speed, Glass, Rocks, Ice) gehandelt. Insbesondere in Ostdeutschland rauchen Jugendliche zunehmend Speed und Glass.
Gemeinsam ist all diesen Methoxyamphetaminen die überwiegend halluzinogene Wirkung beim Konsumenten. Sie werden als Pulver, Lösung auf Würfelzucker oder Fließpapier, als Mikrotrips oder Mikrotabletten überwiegend oral konsumiert.
Stand: Juli 2006
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