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Prodine

chemisches Opiat

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Prodine sind chemische Opiate. Der Prototyp unter den Prodinen wirkt ähnlich dem Heroin, hat aber eine andere Molekülstruktur. Manche Prodine greifen die Dopamin-Produktion an. Nach heutigem Forschungsstand werden diese Stoffe für diverse Fälle der „Parkinsonschen Krankheit“ bei jungen Menschen verantwortlich gemacht.

Kapitelübersicht

Allgemeines

Prodine sind wie Interner Link Fentanyle chemische Opiate. Sie verfügen überwiegend über eine „dominierende“ Phenyl-Pieridin-Struktur, während Fentanyle überwiegend auf Methylverbindungen basieren.

MPPP, Synthetisches Heroin

MPPP (Methyl-phenyl-propionoxy-piperidin) – der Prototyp unter den Prodinen – ist äußerlich und von den Wirkungen her dem Interner Link Heroin sehr ähnlich, hat aber eine völlig andere Molekülstruktur. Es ist ein Derivat aus dem Wirkstoff des Schmerzmittels Demerol®, bei dessen Synthese schnell das toxische Nebenprodukt MPTP (Methyl-phenyl-trimetoxy-piperidin) entsteht. MPPP kam zuerst in Kalifornien auf den Markt und spielt in der BRD bis heute kaum eine Rolle auf dem Designer-Drogen-Markt. Es wird in den USA als „neues“ oder „synthetisches“ Heroin verkauft. Manche Dealer handeln es dort auch als „das wahre Heroin“. Der Stoff taucht periodisch auf, um danach auch gleich wieder vom Markt zu verschwinden. Spezielle Weiterentwicklungen, wie etwa bei den Fentanylen, konnten deshalb bisher nicht beobachtet werden.

Dies macht es sehr schwer, Wirkung und Konsistenz des Stoffes einzuschätzen, denn in der Regel kommt er aus verschiedenen Laboren und hat vor allem immer unterschiedliche Reinheitsgrade. In der Dealerszene von Los Angeles wird MPPP aufgrund seiner überwältigenden Wirkungen häufig als Belohnung für „gute Arbeit“ auf der Szene verteilt.

Herstellung

MPTP, Abfallprodukt

MPPP muß lange Zeit auf kleiner Flamme gekocht (synthetisiert, deriviert) werden. Aus Zeit- und Kostengründen kochen es die „Hobby-Chemieköche“ jedoch meist nur kurz auf großer Flamme, wobei in großen Mengen der Abfallstoff MPTP entsteht.

Da es den „Chemikern“ zu umständlich ist, diese Rückstände in einem weiteren zeitaufwendigen Verfahren herauszufiltern, sind MPPP-Angebote sehr oft hochgradig MPTP-haltig. Ähnliches geschieht bei der Synthese des Pethidinderivats PEPAOP (Phenetyl-phenyl-acetoxy-piperidin), bei dem das entsprechende Nebenprodukt PEPTP (Phenethyl-Phenyl-trimeoxy-piperidin), heißt – diese werden auch als eigenständige Drogen gehandelt.

Wirkungen und Folgen

MPPP, MPTP, PEAPOP und PEPTP schädigen im Gehirn jene Sinneszellen irreparabel, die für die Definition Dopamin-Produktion verantwortlich sind. Dopamin ist ein Definition Neurotransmitter, zuständig für die Regelung der Lustvermittlung, Bewegungskoordination und Körpertemperatur. Je weniger Dopamin dem Körper zur Verfügung steht, desto freudloser, gelähmter, steifer und kälter wirkt ein Mensch. MPTP gilt als Nervengift und kann u.a. Schüttellähmungen und bei Überdosierungen den Tod bewirken (sogenannten „Designer-Drug-Desaster“).

Da die Dopaminproduktion nach heutigem Forschungsstand nach Zerstörung bestimmter Nervenstrukturen im Gehirn dauerhaft gestört bleibt und sich nicht regeneriert, werden alle vier genannten Stoffe – die eben diese Nervenenden angreifen – für diverse Fälle der „Parkinsonschen Krankheit“ bei jungen Menschen verantwortlich gemacht.

MPPP brennt nach der Einnahme zunächst, je nach Konsumart, in Mund, Nase oder Venen. Bei akuten Vergiftungen dehnt sich das Brennen über den ganzen Körper aus. Dabei setzen Taubheit, Schwitzen, Gleichgewichtsstörungen, Sprachverlust und innere Kälte ein. MPTP und MPPP werden vom Körper nur sehr langsam abgebaut und bilden vor allem im Fettgewebe Depots. Dies birgt die Gefahr von ungewollten oder unkontrollierbaren „Depotkicks“ (vergleiche Definition Flashback). Beide Stoffe werden als Pulver oder Bröckchen verkauft und können geraucht, gesnifft, geschluckt oder nach entsprechender Auflösung injiziert werden.

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Stand Juli 2006

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