Direkt zum Inhalt
Hauptnavigation

Designer-Drogen

Designer-Drogen im Allgemeinen

  • Schrift größer
  • Schrift normal
  • Farben und Kontraste
  • PDF nicht verfügbar
  • Druckansicht
  • Artikel versenden
  • RSS nicht verfügbar
  • Begriffserklärungen
  • Inhaltsverzeichnis
  • Suche
Inhalt

Als Designer-Drogen werden chemische Substanzen bezeichnet, die ohne jegliche Rohstoffbasis, ausschließlich aus chemischen Substanzen, in entsprechenden Laboren hergestellt werden.

Kapitelübersicht

Öffentliche Wahrnehmung

„Künstliche, synthetische oder Designer-Drogen sind das Ergebnis aus dem Bestreben der Menschen, Lust, Entspannung, Unlust, Produktivitäts- und Ruhephasen zunehmend selbst kontrollieren und bestimmen zu wollen, ohne sich und anderen dabei Schaden zuzufügen.“

Mit dieser Feststellung beginnt einer der vielen Aufsätze zum Thema Designer-Drogen, die zunehmend in den Mittelpunkt des Interesses gerückt werden, wenn die veröffentlichte Meinung über Definition Drogen, Definition Sucht und Rausch berichtet. Insbesondere die mit einer bestimmten Musik- und Freizeitkultur in Verbindung gebrachte Designer-Droge Interner Link Ecstasy erregt dabei immer wieder das gesteigerte Interesse in den Schreibstuben der Nation.

Wichtig scheint es zunächst, die vielen Begrifflichkeiten, die in diesem Zusammenhang oft vermischt werden, zumindest knapp zu beschreiben und gegeneinander abzugrenzen. Dabei ist zunächst zu klären, was denn eigentlich unter dem Begriff Designer-Drogen verstanden wird.

Allgemeine Begriffsbestimmung

Als Designer-Drogen im engeren Sinne werden die chemischen Substanzen bezeichnet, die ausschließlich künstlich (synthetisch) in kleinen oder großen Chemielaboren (Definition LABS) mit dem Ansinnen hergestellt werden, die Bestimmungen des Betäubungsmittelgesetzes und seiner Anlagen und Ausführungsbestimmungen zu umgehen.

Wie entstehen Designer-Drogen?

Dies wird dadurch erreicht, dass die chemische Struktur bereits vorhandener und verbotener Stoffe verändert wird, so dass sie dann als neue, eigenständige Stoffe nicht mehr unter das BTMG fallen. Die Wirkung des verbotenen Ausgangsstoffes bleibt dabei erhalten und wird häufig sogar in jeder Hinsicht übertroffen.

Designer-Drogen sind oft nur künstliche Imitate lange bekannter Drogen, aus denen sie deriviert (abgeleitet) werden. Teilweise sind sie aber auch völlig neue, rein synthetisch-chemische Zusammensetzungen. Auf diese Weise wurde das Angebot der Stoffe, bezüglich deren Intensität und Dauer ihrer Wirkungen, enorm ausgedehnt.

Begriffsbestimmung und Abgrenzung

Abgrenzung von Klassischen Drogen

Wichtigster Unterschied zu den klassischen Drogen ist dabei die Tatsache, dass Designer-Drogen über keinerlei natürliche Rohstoffbasis verfügen, sondern ausschließlich aus verschiedenen chemischen Substanzen „zusammengebraut“ werden.

Hauptmerkmale

Fasst man den Begriff Designer-Drogen etwas weiter und lässt die subjektive Produktionsmotivation, das BTMG zu umgehen, außen vor, so ist das Hauptmerkmal aller Designer-Drogen deren rein künstliche Herstellung in Chemielaboren, wobei es keine Rolle spielt, ob es sich um einfache oder komplizierte chemische Produktionsprozesse handelt. Zusammengefasst werden hier alle Gifte und Stoffe, die derzeit in der Öffentlichkeit unter den Schlagwörtern künstliche Drogen, synthetische Drogen und Designer-Drogen bekannt sind.

Ein Name, unterschiedliche Wirkungen

Dieses erweiterte Verständnis von Designer-Drogen ermöglicht es, unabhängig von subjektiven Motiven der Hersteller, Stoffe, die unterschiedliche Gemeinsamkeiten aufweisen, unter einer Begrifflichkeit zusammenzufassen.

Klassisch werden die Stoffe nach ihren Grundwirkungen (betäubend, aufputschend, halluzinogen), nach „legal“ oder „illegal“ oder „hart“ und „weich“ unterschieden. Die vertikale Unterscheidung in „natürliche“, „halbsynthetische“ und „künstliche“ (Designer-Drogen) ermöglicht eine weitere Unterscheidung nach der unterschiedlichen Herkunft und Herstellungsart der Stoffe.

Hilfreich könnte diese Differenzierung nicht nur aus kriminalistischer oder juristischer Sicht sein. Auch für Wissenschaft und Forschung, für die Präventionsarbeit oder die Suchthilfe kann diese Differenzierung nützlich sein, wenn es darum geht, für neue Konsumentengruppen Zugangs-, Hilfs- und Unterstützungsangebote zu entwickeln.

Partydrogen

Dies bezieht sich zunächst auf zwei Stoffe, die im engeren Sinne nicht zu den Designer-Drogen gezählt werden, die aber ausschließlich Ergebnisse chemischer Laborkreativität sind und die zur Zeit bei jungen Menschen sehr hoch im Kurs stehen. Das ist zum einen das schon in den 70-er Jahren sehr weit verbreitete Interner Link LSD, das seit Anfang der 90-er wieder verstärkt auf dem Markt gehandelt wird und zum anderen die sogenannte „Kultdroge“ Ecstasy. Beide Stoffe werden auch als „Partydrogen“ betitelt.

Ebenfalls als Partydrogen werden, aufgrund ihres „großen anlassbezogenen Konsums“ vor allem auf Partys und Feten, Interner Link Kokain, Interner Link Crack, Interner Link Speed und andere Interner Link Amphetamine bezeichnet. Sie finden auf Technoparties und in Diskotheken, aber auch auf privaten Feten eine immer größere Verbreitung.

Es handelt sich dabei nahezu ausschließlich um aufputschende beziehungsweise stimulierende Stoffe. An sie knüpfen die Konsumenten die Erwartung, dass eine Fete „so richtig in Schwung kommt“ und sie die Stimmung „zum Kochen“ bringen. Diese Partydrogen werden auch als „Modedrogen“ bezeichnet.

Modedrogen

Modedrogen sind wiederum Stoffe, deren Konsum in einer Szene oder zu einer bestimmten Zeit „angesagt“ oder „in“ sind, die „im Trend“ liegen oder auch Epochen beschreiben.

Dabei muss es sich nicht ausschließlich um Designer- oder Partydrogen handeln. In einigen Szenegruppen ist zur Zeit beispielsweise das „Crackrauchen“ oder das „Schnüffeln“ von Lösungsmitteln in Mode.

Wieder andere Gangs in anderen Regionen des Bundesgebietes oder auch nur in anderen Stadtteilen oder aus anderen sozialen Umfeldern inhalieren Lach- oder Treibgas aus Sprühdosen oder Kartuschen. Das heute in Sprühdosen als Treibgas verwandte Butan oder auf Campingplätzen zum Kochen verwandte Propangas sind neben Feuerzeugbenzin und Lachgas die am weitesten verbreiten Wirkstoffe bei den sogenannten „Gasern“, denen Vielfach der Zugang oder das nötige Geld für den Erwerb und Konsum anderer Stoffe fehlt.

Weitere umgangssprachliche Bezeichnungen

Darüber hinaus werden Drogen eben auch bezeichnet als

„Weiche Drogen“

Die einzelnen Stoffe können dabei „veredelte“ Naturstoffe wie etwa beim Marihuana, Nikotin oder Gärungsalkohol sein. Diese Drogen werden dann weithin als „weiche Drogen“ bezeichnet.

„Harte Drogen“

Sie können aber auch chemisch beziehungsweise künstlich aufbereitete Naturrohstoffe sein. So wird etwa Interner Link Opium zum Interner Link Heroin oder Koka zum Kokain synthetisiert, aber auch Weizen zum Korn gebrannt. In diesem Fall spricht man häufig von halbsynthetischen und „harten Drogen“.

Designer-Drogen

Schließlich können sie völlig ohne jegliche Rohstoffbasis, ausschließlich aus chemischen Substanzen, in entsprechenden Laboren hergestellt werden. In diesem Fall werden die Produkte als Designer-Drogen bezeichnet (z. B. Ecstasy, Speed oder Interner Link Fentanyl). Dabei ist zu berücksichtigen, dass auch die meisten Interner Link Medikamente der schulmedizinischen Therapien ebenfalls reine Kunstprodukte sind

Weiterführende Informationen

Artikel zu Designer-Drogen (Interne Links)

Designer-Drogen im Internet (Externe Links)

Diesen Artikel bewerten

Stand: Juli 2006

© 1998-2012 Ein Netzdienst von jugend hilft jugend Hamburg