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Fentanyl

„Super-Heroin“

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Fentanyl kommt aus den USA und wird dort als eine Art „Super-Heroin“ angepriesen. Es wirkt kurzfristig schmerzstillend und wird als Medikament zur Kurzzeitnarkose eingesetzt. Jeder Versuch, mit diesem Stoff umzugehen, birgt die Gefahr der Überdosierung in sich. Inzwischen soll es 1200 Fentanylvarianten geben.

Kapitelübersicht

Herkunft und Zusammensetzung

Fentanyl kommt aus den USA und wird dort als eine Art „Super-Heroin“ angepriesen. Es handelt sich dabei um einen Ausgangsstoff, der (wie diverse andere Suchtmittel auch) kurzfristig schmerzstillend wirkt, morphinähnliche Wirkungen zeigt und der seit 1968 als Medikament zur Kurzzeitnarkose eingesetzt wird. In Krankenhäusern ist es, vorwiegend bei Operationen, heute unter dem Handelsnamen Leptanal® gebräuchlich.

Weiterentwicklung, Varianten

Am Beispiel des Fentanyls wird die klassische Weiterentwicklung einer Designer-Droge besonders gut sichtbar. Nach dem Verbot des Derivats Alpha-Methyl-Fentanyl durch die US-Behörden kam sofort Parafluoro-Fentanyl als dessen Nachfolger auf den Markt. Dies wurde vom Thio-Fentanyl (einer weiteren Variante) abgelöst, welche etwa 175 mal so stark wie die gleiche Menge Morphin wirkt. Darauf folgte dann Alpha-Methyl-thio-Fentanyl, das Designer-Opiat mit der bisher längsten Wirkungsdauer und etwa 500-facher Morphinwirkung. Das stärkste bislang analysierte und verbotene Fentanylderivat heißt Carfentanyl. Es ist kaum noch dosierbar und auf der Straße selten erhältlich.

Spiel mit „Leben und Tod“

Jeder Versuch, mit diesem Stoff umzugehen, birgt die Gefahr der Überdosierung in sich und wird zum Spiel mit „Leben und Tod“. Aus den USA wird von 122 Todesfällen berichtet, die direkt mit Fentanyl und seinen Definition Derivaten in Verbindung gebracht werden [Sahihi, Arman a.a.O.S. 32ff]. Mit Carfentanyl scheinen jedoch auch die Grenzen der Weiterentwicklung erreicht zu sein. Danach ist kein stärker wirkendes Fentanylderivat mehr aufgebracht worden. Die chemische Basis aller Fentanyle sind Methylverbindungen, die auf vielfältigste Weise mit Molekülstrukturen anderer Wirksubstanzen verbunden (synthetisiert) werden.

Inzwischen soll es laut Pressemeldungen 1200 Fentanylvarianten geben [Hamburger Abendblatt vom 9.5.1995]. Expertenschätzungen liegen bei etwa 100 Varianten, wovon auf dem illegalen US-Drogenmarkt etwa 30 Derivate gebräuchlich sind.

Handelsnamen für Fentanyle

Markt, Konsumenten

Diese Namen sind teilweise identisch mit gebräuchlichen Heroin-Handelsnamen, was darauf zurückzuführen ist, daß Fentanyle vorwiegend in der Heroinszene konsumiert werden und sehr ähnliche betäubende und schmerzstillende bzw. sedierende Wirkungen haben. Darüber hinaus versuchen Dealer, aufgrund der großen Wirkungsähnlichkeiten, den Stoff in unregelmäßigen Abständen in dieser Szene auf den Markt zu bringen.

Keine „Neuen Drogenwelle“

Die größte Hamburger Tageszeitung machte 1995 mit einem Artikel über Fentanyl auf, in dem vor einer „Neuen Drogenwelle“ mit Fentanylen aus Skandinavien gewarnt wurde [Hamburger Abendblatt vom 9.5.1995]. Diesem Artikel ist entgegenzuhalten, daß Fentanyle weder neu noch dabei sind Europa zu überschwemmen. Fentanyle tauchen seit Ende der 70er Jahre immer mal wieder in der Betäubungsmittelszene auf (meist nach Einbrüchen oder Diebstählen aus Krankenhausapotheken) und verschwinden dann auch ebenso schnell wieder.

Es besteht also weder Grund Fentanyl gänzlich aus dem Blickfeld zu verlieren noch Anlass besonders hektisch zu werden. Die geäußerte Vermutung, daß Fentanyl verstärkt in der „Amphetaminszene“ auftauche, lässt sich direkt nur auf die Herstellungsorte beziehen. Beide Stoffe können als Designer-Drogen künstlich in zum Teil in ähnlich ausgestatteten Laboren hergestellt werden. Das Fentanyle jedoch verstärkt in der Amphetaminszene konsumiert werden, ist wenig glaubhaft, da beide Stoffe in ihren Wirkungsmöglichkeiten zu verschieden sind. Dies schließt jedoch nicht aus, daß einige Freaks, ähnlich wie beim Heroin und Kokain, auch hier mit gegensätzlichen Drogengrundwirkungen experimentieren.

Mischkonsum

Das Phänomen, dass insbesondere Opiatkonsumenten alles schlucken, was sie in die Hand bekommen, ist nicht neu. Auch in verschiedenen „Aufputschmittelkonsumentenszenen“ spielt das Phänomen des Mischkonsums eine zunehmend bedeutendere Rolle. Dennoch ist nicht anzunehmen, daß es in der BRD derzeit zu einem starken Mischkonsum von z.B. Ecstasy und Fentanylen kommt. Auch das Gerücht, dass den bei jungen Menschen so beliebten Ecstasy-Pillen Fentanyle beigemischt werden, ist bisher in keiner Pillenanalyse bestätigt worden.

Wirkungen

Fentanyle wirken analgetisch und schmerzlindernd auf das zentralnervöse System und produzieren einen friedlich euphorischen Zustand am Rande des Einschlafens. Gleichzeitig verlangsamt sich die Atmung und der Stoffwechsel. Ansonsten werden alle opiattypischen Wirkungen beschrieben, die auch über den Heroinkonsum bekannt sind. Fertige Flüssigfentanyle, wie sie in Krankenhäusern gebraucht werden, werden überwiegend in Ampullen gehandelt. Sie werden dementsprechend in der Regel gespritzt, weil sie so „am direktesten in das Gehirn ziehen“ Sie können bei entsprechender Verarbeitung aber auch geraucht, inhaliert oder gesnifft werden. Das „Ausgangsfentanyl“ wirkt etwa 80 mal stärker als die gleiche Menge Morphin.

Tödlich wirken Fentanyle, wenn...

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Stand: Juli 2006

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