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LSD

Lysergsäurediethylamid

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LSD (Lysergsäurediethylamid) ist vorallem als Drogen der Hippie-Bewegung bekannt und wirkt stark halluzinogen. Das Rauscherlebnis ist vor allem von der Dosierung und der körperlichen und seelischen Verfassung des Konsumenten abhängig. Bei schlechten Konsumvoraussetzungen, wie etwa miese Laune, ist das Risiko eines „Definition Horror-Trips“ relativ groß.

Kapitelübersicht

LSD, Allgemeines

LSD (Lysergsäurediethylamid) ist nur bedingt eine Designer-Droge, da es trotz, rein synthetischer Herstellung, noch einen kleinen Rest an natürlichen Grundbestandteilen des Mutterkorns aufweist. Dennoch ist LSD einer der ersten Stoffe, der als illegale Rauschdroge direkt aus den Laboren der chemischen Industrie (Sandoz) kam. Es gehört nicht zur Obergruppe der Tryptamine, obwohl es durchweg Definition halluzinogene Wirkung hat.

Delysid vom Pharmakonzern Sandoz sowie die Darstellung der chemischen Struktur von Lysergsäurediethylamid
Zufällig entdeckt durch den Chemiker Albert Hofmann wurde LSD später unter dem Handelsnamen Delysid® vom Pharmakonzern Sandoz zur psychiatrischen Behandlung und zu Forschungszwecken bereitgestellt. Foto: Unbekannt

In den 60er Jahren setzte sich LSD als eine der beliebtesten Drogen der Hippie-Bewegung (turn on, tune in, drop out) durch. Seit 1967 ist LSD verboten und wird heute, nachdem es in den 80er Jahren kaum eine Rolle spielte, wieder verstärkt mit Ecstasy in Zusammenhang gebracht.

Szenenamen

Gängige Handelsnamen sind: »ACID«, »Mini Trip«, »Filz Trip«, »Comic Trip«, »Dots«, »Pink Jesus«, »Purple Wedges«, »Pink Dots«, »Morning Glory« oder »Trip«. Es wird i.d.R. zusammen mit Wasser oral in Dosierungen zwischen 0,02 und 0,06 mg konsumiert. LSD ist ein farb, geruchs- und geschmackloses Pulver, das bereits in kleinsten Dosierungen wirkt.

Herstellung und Zusammensetzung

Das Mutterkorn, aus dem die Lysergsäure gewonnen wird, ist ein parasitärer Pilz, der diverse Getreidearten (speziell Roggen) befällt. Albert Hofmann entdeckte 1938 die Lysergsäure. Die starke halluzinogene Wirkung eines Definition Derivates der Lysergsäure, nämlich des Lysergsäurediethylamids (kurz LSD), entdeckte derselbe Forscher 1943 während eines Selbstversuchs. Die Firma Sandoz brachte es unter dem Namen „Delysid®“ zur Unterstützung von Psychotherapien auf den Markt. Da LSD schon in kleinsten Mengen (Mikrogrammbereich) wirkt, ist es sehr schwer zu dosieren. Der in illegalen Drogenlaboren hergestellte Stoff wird mit anderen Substanzen gemischt und in Tablettenform gepresst. Erhältlich ist es als Lösung auf Löschpapier, Pappen oder als kleine Gelantine-Ecken, den sog. „MICROS“.

LSD auf Löschpapier
Unterschiedliche und zum Teil sehr humorvolle Motive des LSD, Lysergsäurediethylamid auf Löschpapier oder Pappe. Foto: Unbekannt

LSD als Gelantine-Ecken
LSD - Lysergsäurediethylamid als Gelantine-Ecken (genannt: „MICROS“). Foto: Unbekannt

Auf diese „Träger“ wird LSD i.d.R. geträufelt oder in Form von Kristallen aufgetragen. Die Wirkstoffmenge auf einer Pappe oder in einem Micro variiert zwischen 25 und 400 Mikrogramm. Die durchschnittliche Dosis liegt bei 75 Mikrogramm und erreicht eine Wirkungsdauer von ca. 8-10 Stunden. Es wurde auch von Trips berichtet, die bis zu 72 Stunden dauerten. LSD ist zusammen mit Speed und Ecstasy ein Renner unter den Partydrogen.

Wirkungen

Akute Wirkungen des LSD-Konsums sind weite Pupillen, hoher Blutdruck, schnelle Atmung, Blutdruckanstieg und ein geringeres Schlafbedürfnis, auch Übelkeit, Brechreiz und Schwindelgefühle können auftreten. Offenbar beeinflußt LSD das biochemische Geschehen an den Schaltstellen des Zentralennervensystems (ZNS).

Das Rauscherlebnis ist vor allem von der Dosierung und der körperlichen und seelischen Verfassung des Konsumenten abhängig. Bei schlechten Konsumvoraussetzungen, wie etwa miese Laune oder Depressionen, ist das Risiko eines „Definition Horror-Trips“ relativ groß. Diese „Horror-Trips“ gehen meist mit Panik, Todesängsten und Wahnvorstellungen einher. Auch Überdosierungen können zu „Horror-Trips“ und psychotischen Episoden führen, wenn der Konsument dafür anfällig ist. Konsumenten sind dann vielfach hilflos und haben Angst verrückt zu werden.

Die halluzinogene Wirkung beginnt zirca eine halbe Stunde nach der Einnahme des Stoffes. Die Farbwahrnehmung, das Körpergefühl und die Perspektiven verändern sich. Musik und Geräusche werden sehr intensiv wahrgenommen. Konsumenten berichten immer wieder davon, dass sie beispielsweise Töne in Farben sehen könnten.

uneterschiedliche Pillengrößen Unterschiedliche Pillengrößgen: oben ein sogenannter »Microdot« mit einem Durchmesser von 2,3 mm (7,5mg). Darunter ein LSD-Löschpapierplättchen mit 6x6 mm (6 mg) und unten eine Ecstasy-Pille mit einem Durchmesser von 8,9 mm (260 mg). Foto: Unbekannt

Teilweise kommt es zu Visionen, in denen ganz anderes wahrgenommen als tatsächlich gesehen wird. Das Raum-Zeit-Empfinden wird nahezu völlig ausgeschaltet. Es entsteht nicht selten ein Gefühl der Schwerelosigkeit. Diese Visionen werden bei guter Grundstimmung durchaus als angenehm und unterhaltsam empfunden. Gegen Ende des Rausches ist der Konsument erschöpft. Gelegentlich kommt es zu depressiven Phasen. In der subjektiven Wahrnehmung wird immer wieder von falschen Selbsteinschätzungen berichtet. So glauben Konsumenten im Rausch über Wasser gehen, ein Auto aufhalten oder fliegen zu können, und so ist es im Zusammenhang mit dieser „verrückten“ Selbstwahrnehmung gehäuft zu schweren – teilweise tödlichen – Unfällen gekommen.

Weitere Gefahren liegen in den bereits erwähnten „Horror-Trips“ sowie den sogenannten „Acid-Heads“ (Säureköpfen). Sie können sich bei Dauerkonsum einstellen, wobei das Erinnerungsvermögen stark eingeschränkt wird und gute alte Bekannte zu unbekannten Verfolgern werden können. Gelegentlich wurde von „Definition Flashbacks“ berichtet, die sich ohne akuten Konsum eingestellt haben sollen. Da es sich beim LSD um einen fettlöslichen Stoff handelt, der geneigt ist im Körpergewebe Depots anzulegen, die sich wiederum nur langsam (im Verlaufe eines Jahres) auflösen, sind diese Flashback-Berichte durchaus ernst zu nehmen.

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Stand: Juli 2006

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