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Meldung vom 4. Dezember 2004
Unter dem Titel "Jugendkult Cannabis: Risiken und Hilfen" ist am 30.11.2004 eine zweitgige Fachkonferenz zu Ende gegangen, zu der Marion Caspers-Merk, Parlamentarische Staatssekretrin und Drogenbeauftragte der Bundesregierung, ExpertInnen aus Politik, Wissenschaft und Praxis geladen hatte. Ziel der Tagung war es, die Cannabis-Konsummuster zu analysieren sowie Strategien der Prävention und Behandlung zu diskutieren. Cannabis ist der am häufigsten konsumierte illegale Suchtstoff. Jeder Zweite, der heute wegen des Konsums illegaler Drogen zum ersten Mal in seinem Leben eine Beratungsstelle aufsucht, kommt wegen Cannabis. In Deutschland haben über 9 Mio. Menschen Erfahrung mit Cannabis, fast 400.000 weisen einen missbruchlichen oder abhängigen Konsum auf. In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jhrigen hat die Verbreitung von Cannabis zwischen 1992 und 2002 um das 2,7fache zugenommen.
Marion Caspers-Merk zum Thema: "Der Cannabiskonsum hat heute eine andere Dimension als noch zu Flower-Power-Zeiten, als am Wochenende vielleicht mal ein Joint die Runde machte. berall in Europa nimmt der Cannabiskonsum zu. Die große Mehrheit der Konsumenten belsst es bislang bei einem bloen ,Probieren'. Gleichzeitig kiffen aber immer mehr junge Leute in exzessivem Ausma und sind praktisch den ganzen Tag ,breit'. Hiervon sind besonders junge Mnner betroffen, die sich noch in der schulischen bzw. beruflichen Orientierungsphase befinden. Auch ist das Einstiegsalter in den letzten Jahren gesunken. Cannabis ist die einzige illegale Droge, bei der in den letzten Jahren das Durchschnittsalter beim Erstkonsum gesunken ist: Whrend es 1993 noch bei 17,5 Jahren lag, liegt es aktuell bei 16,4 Jahren, wie die heute veröffentlichte ,Drogenaffinittsstudie' der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung herausgefunden hat. Deshalb ist Frühintervention besonders wichtig, weil man wei, dass das Risiko für eine psychische
Abhängigkeit umso grer ist, je früher die Jugendlichen zum Joint greifen. Das bisherige Hilfesystem ist nicht auf diese neuen exzessiven Konsummuster bei Cannabis eingerichtet. Junge Cannabiskonsumenten knnen nicht mit den gleichen Methoden behandelt werden wie beispielsweise zumeist ltere Alkoholkranke oder Opiatabhängige. Das Beratungs- und Therapieangebot muss stärker auf die Zielgruppe der jugendlichen Cannabiskonsumenten ausgerichtet werden. Die Bundesregierung geht hier bereits neue Wege, wie z. B. mit dem internetgestützten Ausstiegsangebot ,Quit the Shit' oder dem deutsch-schweizerischen Projekt ,Realize it!'"
Handlungsempfehlungen von Expertinnen und Experten aus Politik, Wissenschaft und Praxis und die Pressemitteilung finden Sie unter:
http://www.bmgs.bund.de/deu/gra/aktuelles/pm/bmgs04/6040_6376.cfm
Cannabis-Studien
"Cannabisbezogene Störungen - Umfang, Behandlungsbedarf und Behandlungsangebot in Deutschland"
www.bmgs.bund.de/deu/gra/themen/praevention/drogen/2386_5584.cfm
"Die Drogenaffinitt Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland 2004, Teilband Illegale Drogen"
www.bzga.de
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