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Meldung vom 8. April 2004

Vor dem Tor
Vom Eise befreit sind Strom und Bche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
Im Tale grnet Hoffnungsglck;
Der alte Winter, in seiner Schwche,
Zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dort her sendet er, fliehend, nur
Ohnmchtige Schauer krnigen Eises
In Streifen über die grnende Flur.
Aber die Sonne duldet kein Weies,
berall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben;
Doch an Blumen fehlts im Revier,
Sie nimmt geputzte Menschen dafr.
Kehre dich um, von diesen Hhen
Nach der Stadt zurück zu sehen!
Aus dem hohlen finstern Tor
Dringt ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
Denn sie sind selber auferstanden:
Aus niedriger Huser dumpfen Gemchern,
Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
Aus dem Druck von Giebeln und Dchern,
Aus der Straßen quetschender Enge,
Aus der Kirchen ehrwrdiger Nacht
Sind sie alle ans Licht gebracht.
Sieh nur, sieh! wie behend sich die Menge
Durch die Grten und Felder zerschlgt,
Wie der Flu in Breit und Lnge
So manchen lustigen Nachen bewegt,
Und, bis zum Sinken berladen,
Entfernt sich dieser letzte Kahn.
Selbst von des Berges fernen Pfaden
Blinken uns farbige Kleider an.
Ich hre schon des Dorfs Getmmel,
Hier ist des Volkes wahrer Himmel,
Zufrieden jauchzet gro und klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein!
(Johann Wolfgang von Goethe, Faust I)
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