Nachrichten-Archiv jugend hilft jugend
Meldung vom 14. Oktober 2003
7.-9. November 2003 in Berlin
Ludwig Erhard Haus
Fasanenstraße 85
10623 Berlin
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
es ist bekannt und im Rahmen der Versorgungs-Epidemiologie mit dem Schlagwort der "vergessenen Mehrheit" plakativ beschrieben, dass der weitaus größte Teil der Suchtpatienten, der Alkohol- und Nikotinabhängigen im hausrztlichen System versorgt wird.
Wichtige Impulse in Deutschland, auch für die Entwicklung der Substitutionsbehandlung, haben ihren Ursprung in der engagierten Arbeit von Allgemeinmedizinerinnen und -medizinern in der Versorgung Drogenabhängiger. Konfrontiertmit den tglichen Problemen und dem Elend haben viele von ihnen nach pragmatischen Strategien zum Umgang damit gesucht, auch jenseits von offizieller Drogenpolitik und Restriktionen in der Substitutionsbehandlung.
Die Allgemeinmedizin spielt also eine entscheidende Rolle im Suchthilfesystem, aber sie ist andererseits weder dafr ausgestattet, noch sind die meisten Kolleginnen und Kollegen im Rahmen von Studium oder Weiterbildung angemessen dafr ausgebildet. Die Diskussion um geeignete Qualifikationsstrategien über Fachkunde, Zusatztitel bis
zu einer besseren Reprsentation im Rahmen der neuen Ausbildungsordnung für ärzte und im Studium ist also folgerichtig. Wir wollen die Diskussion unter den Suchtmedizinern mit dieser Tagung systematisch befruchten und auch dazu beitragen, dass Qualifikationsstrategien ein fachliches, wie gesundheitspolitisches Thema werden. Darber hinaus ist es notwendig, die Voraussetzungen für eine angemessene suchtmedizinische Grundversorgung zu verbessern. Sowohl die entsprechenden Vergtungsgrundlagen, wie die Verzahnung der Versorgung zwischen Grundversorgung und Suchthilfesystem, Allgemeinärzten und Fachärzten, ambulanter und stationärer Behandlung ist Grundvoraussetzung für eine effektive und wirkungsvolle Langzeittherapie, wie sie bei Suchtpatienten in der Regel notwendig ist. Die DGS mchte einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Grundversorgung als dem tragenden Pfeiler der Behandlung Suchtkranker leisten und die "vergessene Mehrheit" zur "integrierten Mehrheit", deren Behandlungsbedrfnisse gesehen werden, machen.
J. Glz & M. Krausz
- Kongressprogramm als .pdf-File zum Ausdruck Stand 31.05.2003
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