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Gefangen im Netz
Meldung vom 21. Juli 2003
Wenn die Faszination zur
Sucht wird
Viel Beachtung schenkt die hiesige öffentlichkeit der Tatsache nicht, dass die Zahl derer bestndig wächst, die ihr Heil in der virtuellen Welt suchen und dafr neben erheblichen Kosten oftmals schwerwiegende psychische, physische und soziale Einbuen in Kauf nehmen. Whrend die öffentliche Hand viel für die Aufklärung und Prävention in Sachen Alkohol und Drogen tut, werden Menschen, die zwanghaft surfen, chatten oder mailen, weitgehend alleine gelassen.

Das klagt eine ehemalige Betroffene an, die beim Versuch, von der Onlinesucht loszukommen, die bittere Erfahrung machen musste, dass in Deutschland keine Anlaufstellen für Onlinesüchtige, -Gefhrdete und deren Angehörige existieren. Gabriele Farke zog daraus Konsequenzen: 1999 grndete sie mit weiteren Betroffenen einen Selbsthilfeverein (HSO e.V. Hilfe zur Selbsthilfe für Onlinesüchtige), der sein ehrenamtliches Engagement inzwischen wieder einstellen musste, weil die öffentliche Untersttzung ausblieb.
Jetzt greift sie zu einem weiteren probaten Mittel, um die öffentlichkeit über eine
Abhängigkeit zu informieren, der immer mehr User beiderlei Geschlechts unabhängig von Ausbildung und sozialer Zugehrigkeit verfallen. Mit dem kenntnisreichen Ratgeber "OnlineSucht" leistet Farke einen lngst berflligen Beitrag. Sie lsst betroffene und latent gefhrdete Online-Junkies zu Wort kommen, deren authentischen Erfahrungsberichte und E-mail-Protokolle belegen, wie gro der Leidensdruck bei Gefangenen im Netz ist, und zieht renommierte Fachleute und internationale Studien zu Rate, die die Flucht in die virtuelle Welt, die grtenteils Ohnmachtsgefhle kompensiert und eine Ersatzbefriedigung ist, aus wissenschaftlicher und psychologischer Sicht obduzieren.
Einigkeit herrscht darin, dass Aufklärung und Prävention dringend Not tut, um die Risiken einzudmmen. Farke macht auf die Informationsdefizite aufmerksam und macht Betroffenen und Angehrigen Mut. Sie zeigt konkrete Wege auf, wie man aus der virtuellen Welt zurück ins Leben finden kann und nimmt Bund und Lnder in die Pflicht, sich endlich dem neuen Suchtverhalten anzunehmen.
Autoreninformation: Gabriele Farke, geb. 1955, Industriekauffrau, Autorin, Internetsucht-Expertin. Sie war selbst betroffen, bevor sie in Deutschland den ersten Selbsthilfeverein für Onlinesüchtige grndete. Inzwischen hat sie für Onlinesüchtige und Onlinesuchtgefhrdete eine Hotline eingerichtet
OnlineSucht
Wenn Mailen und Chatten zum Zwang werden
Kreuz Verlag 2003 (im Buchhandel ab Mitte August)
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185 Seiten, Broschur
14,90 (D), sFr 26,90, 15,40 (A)
ISBN 3-7831-2291-0
LINKS ZUM THEMA:
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www.onlinesucht-hotline.de -
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