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Jugendliche und Rauchen

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Jugendliche und Rauchen

Meldung vom 17. Dezember 2002

Immer mehr möchten mit dem Rauchen aufhören - aber auch negative Trends zu erkennen

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) führt seit 1973 in regelmäßigen Abständen die Repräsentativbefragung "Drogenaffinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland" durch. Für diese Befragungen werden bundesweit etwa 3.000 Jugendliche im Alter von 12 bis 25 Jahren befragt. Erste Ergebnisse der zuletzt im Jahr 2001 durchgeführten Befragung wurden bereits veröffentlicht. Jetzt vorliegende Sonderauswertungen beschreiben die Verbreitung des Rauchens detaillierter.

Gegensätzliche Trends
Insgesamt zeichnet sich ein positiver Trend zum Nichtrauchen ab. Die Zahl der 12- bis 25jährigen Raucher in der Bundesrepublik Deutschland ging in den beiden vergangenen Jahrzehnten langsam und kontinuierlich von 44 Prozent im Jahr 1979 auf 38 Prozent im Jahr 2001 zurück. Im gleichen Zeitraum stieg der Anteil der Nieraucher von 31 Prozent in 1979 auf 49 Prozent in 2001.

Anlass zur Sorge gibt allerdings die Entwicklung in den jüngeren Altersgruppen: Sowohl bei den 12- bis 15jährigen Jungen und Mädchen als auch bei den 16- bis 19Jährigen ist der Raucheranteil in den letzten Jahren wieder gestiegen bzw. stagniert auf hohem Niveau:


Raucherquote199319972002
12 bis 15jährige Jungen11 %15 %18 %
12 bis 15jährige Mädchen12 %19 %21 %
16 bis 19jährige Männer44 %50 %44 %
16 bis 19jährige Frauen36 %41 %45 %
Dem Nichtrauchen gehört die Zukunft
Das Nichtrauchen ist derzeit für die meisten Jugendlichen der erstrebenswerte Zustand: Zwei Drittel (68 Prozent) der jugendlichen Raucher möchten aufhören oder zumindest weniger rauchen. 61 Prozent der Jugendlichen haben auch schon einmal versucht aufzuhören. Der Anteil der Raucher, die in fünf Jahren Nichtraucher sein wollen, ist seit 1997 (21 Prozent) gestiegen und umfasst jetzt 52 Prozent. Was die Nichtraucher betrifft, so möchten fast alle (94 Prozent) Nichtraucher bleiben.

Gesundheitsbewusstsein und Sport fördern das Nichtrauchen
Jugendliche mit einem ausgeprägten Gesundheitsbewusstsein sind häufiger Nieraucher (57 Prozent) als Jugendliche, die ein geringes Gesundheitsbewusstsein aufweisen (37 Prozent). Dieser Zusammenhang ist unabhängig vom Geschlecht und in allen Altersklassen gleichermaßen zu beobachten. Ein starkes Gesundheitsbewusstsein ist also ein wichtiger Faktor für einen dauerhaften Verzicht auf Tabak.

Ein ähnlicher Zusammenhang besteht bei der Mitgliedschaft in einem Sportverein. Mitglieder in Sportvereinen sind häufiger Nieraucher: 55 Prozent der Vereinsmitglieder haben kaum oder nie geraucht, gegenüber 44 Prozent der Nicht-Mitglieder. Zahlreichen Sportvereinen gelingt es offenbar, viele Jugendliche vom Rauchen abzuhalten. Außerdem lässt sich bei der Prävention in Sportvereinen das dort vergleichsweise weit verbreitete Gesundheitsbewusstsein nutzen.

Geändertes Gruppenklima begünstigt die Ausbreitung des Rauchens
Die Ergebnisse zeigen aber auch, dass sich das Einstellungsklima zum Nichtrauchen in den jüngeren Altersgruppen verändert hat: So sind vor allem die jüngeren Nichtraucher verstärkt dem Einfluss gleichaltriger Raucher aus ihrem Freundeskreis ausgesetzt. Der Einstieg in das Rauchen wird anders als in der Vergangenheit von den Freunden stärker sozial akzeptiert. Das Nichtrauchen dagegen wird deutlich weniger unterstützt. Diese gestiegene Akzeptanz des Rauchens begünstigt die Ausbreitung des Rauchens und erschwert die Prävention.

"Die Ergebnisse machen noch einmal darauf aufmerksam, dass die jüngeren Altersjahrgänge der Jugendlichen eine besonders wichtige Zielgruppe für die Tabakprävention sein müssen", erklärt Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. "Deutlich wird, dass Maßnahmen jugendgerechter Raucherentwöhnung nötig sind. Aus diesem Grund entwickelt die Bundeszentrale Ausstiegshilfen für diese Altersgruppen, die im Jahr 2003 zur Verfügung stehen werden.

Auf dem richtigen Weg sind wir bereits mit der Kampagne "Kinder stark machen". Hier arbeiten wir seit vielen Jahren erfolgreich mit den Sportvereinen zusammen. über die Schulung von Trainern und Betreuern gelingt es uns, die Gesundheitsförderung und damit auch das Thema "Nichtrauchen" im Sport zu verankern. Indem der Deutsche Sportbund (DSB) die Inhalte der "Kinder stark machen"-Seminare in seine Jugend- und übungsleiterausbildung aufnehmen will, beginnt die Suchtpräventionsarbeit bereits an der Basis. Die Ergebnisse zum positiven Einfluss der Sportvereine bei der Förderung des Nichtrauchens bestätigen uns in diesem Ansatz."

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Quelle: BZgA