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Bewegung in der Suchtmittelpolitik

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Bewegung in der Suchtmittelpolitik

Meldung vom 28. September 2002

Deutsche Hauptstelle gegen die Suchtgefahren (DHS) unterstuetzt Ministerin Schmidt

Nach Tabakabgaben auch Alkoholcent gefordert

In Deutschland sterben jaehrlich weit ueber 100.000 Menschen vorzeitig, weil sie rauchen. Ueber 40.000 Menschenleben fordert uebermaessiger Alkoholkonsum. Gruende genug, um intensiv sowohl die Nachfrage nach Suchtmitteln als auch deren Angebot zu reduzieren. Deshalb begruesst die Deutsche Hauptstelle gegen die Suchtgefahren (DHS) die in der Presse veroeffentliche Absichtserklaerung von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, eine zweckgebundene Gesundheitsabgabe von 5 Cent pro Zigarette vorzuschlagen.

Wie der Geschaeftsfuehrer der DHS, Rolf Huellinghorst, mitteilte, handelt es sich bei zweckgebundenen Gesundheitsabgaben um langjaehrige Forderungen aller namhaften Gesundheitsverbaende. Die Effektivitaet solcher Abgaben sei wissenschaftlich gut belegt: Hoehere Preise wirken konsumhemmend und tragen so dazu bei, dass weniger Gesundheitsschaeden entstehen.

In diesem Zusammenhang weist die DHS darauf hin, dass eventuelle Ertraege wirklich auch der Suchtmittelpraevention zugefuehrt werden muessen. Fuer die immensen Folgekosten des Rauchens sind neben dem niedrigen Zigarettenpreis auch das krasse Missverhaeltnis zwischen professioneller Zigarettenwerbung (Jahresetat Deutschland ueber 300 Mio. Euro) und sporadischer Praevention (Jahresetat Bund und Laender unter 10 Mio. Euro) verantwortlich. Eine zweckgebundene Abgabe koennte erstmals dauerhafte und massenwirksame Praeventionsarbeit in diesem Bereich finanzieren.

Der Preis fuer Zigaretten variiert in den Laendern der EU von ca. 2 Euro/Schachtel (Portugal) bis ca. 7 Euro/Schachtel (Grossbritannien), EU-Durchschnitt: 3,60 Euro. Mit unter 3 Euro/Schachtel liegt der deutsche Durchschnittspreis weit darunter. Vergleichbare europaeische Erfahrungen belegen also einen erheblichen Spielraum fuer Preiserhoehungen in Deutschland.

In der Schweiz wurde gerade vom Bundesrat beschlossen, die Tabaksteuer schrittweise bis zu einem Preis von 6,40 Franken anzuheben. Der Schweizer Bundespraesident Kaspar Villiger wies darauf hin, dass Steuererhoehungen in der Schweiz Wirkung zeigen. Der Konsum sei gesunken und die Ertraege haetten sich signifikant gesteigert. "Diese kluge Politik sollten wir fortsetzen", so der Schweizer Bundespraesident.

Bleibt zu hoffen, dass sich die Gesundheitsministerin durchsetzt. Die Lobby der Zigarettenhersteller und der Werbetreibenden wird sich massiv widersetzen und ihren Einfluss in den Bundeslaendern geltend machen. DHS-Geschaeftsfuehrer Rolf Huellinghorst: "Wir erwarten von einer Suchtmittelpolitik, die ihren Namen verdient, dass zu Beginn der Legislaturperiode vernuenftige und wegweisende Entscheidungen getroffen werden."

Huellinghorst erneuerte in diesem Zusammenhang die Forderung der DHS nach einem Alkoholcent - eine Abgabe von einem Cent pro Gramm Alkohol. Das wuerde insbesondere hochprozentige Alkoholika betreffen - auch hier gilt es, alkoholbezogene Schaeden zu reduzieren und dafuer zu sorgen, dass Jugendliche spaeter mit dem Definition Konsum beginnen und dann weniger trinken.

Deutsche Hauptstelle gegen die Suchtgefahren (DHS)
Postfach 1369
59003 Hamm
Fon 02381 90 15 - 0
Fax 02381 90 15 - 30
email: huellinghorst@dhs.de
www.dhs.de

Die DHS ist der Zusammenschluss fast aller bundesweit in der Suchtkrankenhilfe und Suchtpraevention tatigen Verbande. Die DHS wird als Fachstelle fur alle Fragen im Zusammenhang mit substanz- und verhaltensbezogenen Stoerungen durch das Bundesministerium fur Gesundheit gefoerdert.

Quelle: DHS

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