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Die mit dem Herzen sehen (Hinz&Kunzt)

Artikel vom 9. Februar 2006

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Nikolai Gramüsch steht in geordneter Kellnerkleidung, mit weißem Hemd und Fliege also, im Foyer des Stadthaushotels.

Nikolai Gramüsch ist eigentlich ganz normal. Der 18-jährige ist mittelgroß, hat sein braunes Haar nach hinten gegelt und sieht einen freundlich an. Ein ganz normaler Mensch? Ja, nur dass er schwerbehindert ist. Er leidet am Tourette-Syndrom und an ADS, dem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom. Nikolai ist jemand, der nirgendwo richtig reinpasst. Er hat etliche Schulen besucht, dann wurde ihm geraten, auf eine Förderschule zu gehen, doch geistig kann Nikolai viel mehr.

Eine Bäckerausbildung hat er angefangen, allerdings gab es Probleme mit seinem Chef. Schließlich hat Nikolai ein Praktikum im Stadthaushotel in Altona absolviert und dort einen Ausbildungsplatz bekommen. Zwei Jahre lang lernt er nun, um „Fachkraft im Gastgewerbe“ zu werden. Wenn er möchte, kann er ein drittes Jahr dranhängen: und aus der „Fachkraft“ wird ein „Fachmann“.

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